Rudi's Motorradtouren
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3000 km Schweiz - Reisebericht - Seite 4

Dienstag, 24.07.01, der 8. Tag:

Heute wollte ich meinen Freunden mal zeigen, was mich persönlich so am Rhônetal reizt. Die meisten, die hier unterwegs sind, benützen diesen Bereich nur zur Durchfahrt (von Brig nach Martigny) und verpassen dabei die Schönheit dieser Region, die sich in den Hochlagen erschließt! Mehrere Straße führen auf über 2000 m Höhe hinauf! Zunächst ging es über Vetroz hinauf zum Col du Sanetsch (2251 m) von wo aus man den Sanetschsee erreicht. Die Straße ist zwar relativ schmal und führt durch mehrere schlecht beleuchtete und mit schlechtem Untergrund versehene Tunnel bietet aber dennoch einen besonderen Reiz. Insbesondere die Blicke hinab ins Tal und auf die Bergriesen der anderen Seite (vom Matterhorn über die Grand Combin bis zum Mont Blanc) sind beeindruckend. Hinauf zum Sanetschsee fährt übrigens auch ein Linienbus. In dieser Hinsicht ist die Schweiz hervorragend erschlossen, mit Bus und Bahn kommt man so gut wie überall hin! Vom See hinab führt eine gesperrte Fahrspur hinab nach Gsteig. Diesen Ort und natürlich das umliegende Areal kann man ebenfalls von oben sehen. Auf halbem Wege zurück ins Tal bietet sich eine Abzweigung nach Osten, der wir folgten. Auf der Karte hatte ich eine kleine Straße über Anzère Richtung Crans Montana entdeckt, die ich finden wollte. Also fuhren wir hinauf, mussten aber wieder umkehren, da zumindest für unsere Motorräder kein Weiterkommen zu sehen war. Wieder zurück auf die Hauptstrecke nach Crans Montana erreichten wir diese beiden mondänen Orte, wo im Gegensatz zum übrigen Bereich wieder viel Tourismus vorherrscht

Also weiter – hinab ins Tal nach Sierre, wo wir kurz die Hauptstraße, die durchs Tal führt, querten und wieder die „Berge erklommen“. Hinauf nach Zinal auf gut asphaltierte Straße und weiter nach Grimentz. Dieser Ort hat einen gut erhaltenen Ortskern mit zahlreichen für die Region typischen historischen Holzhäusern. Über St. Jean und Mayous gelangten wir zu einer weiteren schmalen Straße, die oberhalb des Rhônetals entlang führt. Weiter gings über Pinsec, Vercorin und Dailley nach Nax, wo wir so langsam das Val d’herens erreichten. Diesem folgten wir bis hinauf nach Arolla auf 2000 m Meereshöhe. Retour gings dann vorbei an den Erdpyramiden von Euseigne zum Lac des Dix. Der Lac des Dix liegt auf 2365 m und hat mit 285 m die höchste Staumauer der Welt! Einfach beeindruckend!!! Für uns neigte sich der Tag langsam dem Ende zu und wir fuhren über Hérémence weiter Richtung Haute Nendaz um dann über Riddes und Montagnon wieder unseren Campingplatz bei Grugnay zu erreichen. Ein wirk-lich schöner Tag!!!

Die gesamte Tour des 8. Tages hier noch einmal in einer Skizze:

Mittwoch, 25.07.01, der 9. Tag:

Wechseltag! Also am Morgen wieder alles abbauen, zusammenpacken und verstauen. Abflug, äh Abfahrt gegen 9:00 Uhr – Ziel Tessin, genauer gesagt Lago Maggiore!
Zunächst fuhren wir im Tal bis Sierre, dann nördlich der Rhone über Salgesch und Varen nach Leuk. Auch hier wieder von einem Ort zum andern: streiche französisch setzte schwyzerdütsch! Ab Leuk waren auch wir anderen wieder in der Lage die Leute zu verstehen und nicht nur Dietmar, der uns mit seinen französischen Sprachkenntnissen schon auf der großen Alpentour geholfen hatte. Wir fuhren hinauf nach Leukerbad und talwärts über Dorbu und die Dalaschlucht zurück nach Leuk und über Susten und Steg nach Visp. Hier bogen wir ab nach Süden um das Saastal und das Mattertal zu befahren. Hinauf nach Saas Fee führte uns zunächst der Weg. Dieser Ort ist nicht nur im Winter wunderschön, sondern auch im Sommer! Ein Bummel lohnt sich allemal! Dann ging es wieder hinab nach Stalden und das Mattertal hinauf bis Täsch. Die Fahrt nach Zermatt sparten wir uns aus Zeitgründen. Eins allerdings sparten wir uns nicht: Die Fahrt von Stalden über Törbel hinauf zur Moosalm. Dort, auf 2000 m Höhe, machten wir Mittagspause. Danach ging es über Zeneggen wieder zurück nach Visp. Als nächstes war der Simplonpass (2005 m) an der Reihe. Für mich selbstverständlich ist hier im unteren Teil die Nutzung der alten Passstraße über Ried. Durch die Gondoschlucht kamen wir bis kurz vor Domodossola. Hier bogen wir nach Osten ab um über S. Maria Maggiore ins Centovalli und damit ins Tessin zu gelangen. Dort begann dann unsere Suche nach einem Campingplatz! Alles was wir zunächst fanden war völlig überfüllt. Also zunächst mit voller Montur in brütender Hitze durch Locarno! Nach langem Suchen wurden wir dann aber umso besser fündig. Der Camping-platz Riarena in Cugnasco ist einfach Klasse! Wir können ihn nur weiter empfehlen! Nicht nur das, im Gegensatz zum übrigen Tessin, hier auf deutsch gesprochen wird, nein, der Platz liegt herrlich unter Bäumen, hat einen eigenen Swimmingpool und ist zumindest für mehrere Perso-nen recht günstig.

Die gesamte Tour des 9. Tages hier noch einmal in einer Skizze:

Donnerstag, 26.07.01, der 10. Tag:

Schon auf meinen früheren Touren hatte es mir der Luganer-See angetan! Er ist zwar im Vergleich zum Lago Maggiore und zum Comer See relativ klein, aber dafür umso schöner! Ich hat-te auf der Karte einige kleine Straßen entdeckt, die rund um den See führten und sicherlich schöne Ausblicke geben würden. Also fuhren wir zunächst über den Passo Monte Ceneri (554 m) Richtung Lugano. Vorher bogen wir aber noch nach Osten ab, da ich einen kleinen Abstecher ins Hinterland gesehen hatte. Über Tesserete gelangten wir ins Val Colla. Eine einsame und „verlassene“ Gegend, die aber ihren besonderen Reiz hat. Über Bidogno und Colla kamen wir nach Pregassona und von dort auf die Hauptroute nach Porlezza. Direkt hinter dem Seeende bogen wir von der viel befahrenen Straße ab und gelangten über Laino nach Lanzo d’intelvi wo sich ein herrlicher Blick auf den Luganer-See auftut – einfach sehenswert! Über eine traumhafte, steil abfallende kleine Passstraße gelangten wir wieder an das Seeufer und fuhren über Meli-de nach Morcote. Neben Ascona am Lago Maggiore (besuchten wir am folgenden Tag) ist Morcote für mich einfach einer der schönsten Orte die ich kenne. Die engen Gassen, das ganze Flair – einfach einladend. Auch wir gönnten uns hier eine Pause und fuhren dann wieder den Berg hinauf nach Vico Morcote und Carona. Dann gings nach Agno und von dort wieder ins Hinter-land. Eine wundervolle Motorradstrecke führt von hier aus über Iseo, Breno, Miglieglia und Novaggio nach Biogno, von wo es zur Verbindungsstraße zum Lago Maggiore nicht mehr weit ist. Diesen erreichten wir bei Luino und fuhren weiter bis Maccagno. Dort ging es wieder hin-auf, zur Alpe di Neggia (1395 m). Zunächst durch den Ort führt die Straße in schönen schwingenden Kurven und Kehren in die Höhe. Später dann, entlang des Hochtals bieten sich schöne Blicke auf die andere Seite. Von der Passhöhe aus geht es in über 20 Kehren steil bergab zum Lago Maggiore. Von dort war es dann nicht mehr weit bis zu unserem Campingplatz, wo wir beim Abendessen die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen konnten.

Die gesamte Tour des 10. Tages hier noch einmal in einer Skizze:

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Unterkunftsempfehlung:
Hotel Schwarzer Adler (Tannheim), Gasthof "Zum Grüntenblick" (Agathazell), Landhotel Albrecht (Missen-Wilhams )

Italien: Hotel Cristallo (Levico Terme)

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