Rudi's Motorradtouren
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Levico Terme / Caldonazzo See 2013 - Reisebericht Seite 2

Mittwoch, 25.09. – Tour Kreuzbergpass

Auch diese Tour wurde nach Absprache verkürzt, sodass wir nach dem Passo Cibiana links abbogen und direkt nach Cortina d’Ampezzo fuhren. Auch an diesem Tag wurden einige Streckenabschnitte quasi im D-Zug-Tempo absolviert. Bei völlig leeren Straßen und gutem Asphalt einfach ein Genuss!!!

Die Strecke führte uns dann über den Passo Giau zum Passo Valles.

Dort waren – obwohl über 2000 m hoch und Ende September – noch etliche Kühe auf und neben der Straße! An Cavalese vorbei gings dann zum Val di Cembra (östliche Talseite). Da die ersten mal wieder etwas flotter unterwegs waren wurde vor Segonzano auf die übrigen 2 Mitfahrer gewartet.

Nach mehr als 15 Minuten kam aber immer noch niemand. Ein Anruf blieb erfolglos – wurde nicht gehört. Auch bei einem Tankstopp entlang der weiteren Strecke war von den beiden anderen nichts zu sehen. Wir fuhren also das letzte Stück zum Hotel und stellten dort fest, dass die Vermissten bereits seit ca. 10 Minuten dort waren! Sie waren – nach eigener Aussage – die gleiche Strecke gefahren! Aber weder wir hatten sie, noch hatten sie uns gesehen!

Donnerstag, 26.09. – Tour Monte Grappa – San Boldo

Da diese 330 km lange Strecke laut Navi über 8 Std. dauern sollte, ich aber unbedingt den Passo S. Boldo befahren wollte, ging es bereit um 8:20 Uhr auf Tour!
Zunächst wieder hinauf nach Carbonare und dann hinab ins Tal Richtung Schio. In Pedascala ging es dann links ab zur einfach genialen Strecke hinauf Richtung Asiago – ein Genuss!!! Dann weiter über Asiago nach Foza. Von geht es über eine teilweise äußerst spektakuläre Streckenführung hinab nach Valstagna. Zu Beginn der Kehrenreichen Strecke gabs aber noch eine Cappuccino-Pause

In Valstagna genossen wir noch kurz das tolle Stadtbild und fuhren dann weiter zum Monte Grappa. Zunächst ging es die Hauptstrecke hinauf (aber trotzdem äußerst verkehrsarm) – zum Gipfel.

Dort genossen wir kurz die Aussicht und wendeten dann um die parallel zur Hauptstrecke verlaufende äußerst schmale und kurven-/kehrenreich geführt Strecke wieder hinab ins Tal zu gelangen. Im oberen Teil versperrte uns zum Teil sehr dichter Nebel den Blick auf die Landschaft und die weitere Streckenführung. Über recht unspektakuläre Streckenabschnitte kamen wir dann nach Valdobbiadene. Hier fuhr ich zunächst eine Abfahrt zu spät aus dem (großen ovalen) Kreisverkehr. Also wenden und erneut hinein. Das Navi wies mich eine Abfahrt vorher raus und weiter gings. Nächste rechts ab und dann wieder rechts ab - also irgendwo mitten durch die kleinsten Straßen des Ortes. Dann wies das Navi nach links - hier fuhr auch gerade ein Auto in die kleine Straße. Also hinterher! Es ging äußerst steil (sicher mehr als 30% !!!) bergan. Hier wollte keiner von uns anhalten bzw. wieder anfahren müssen. Ich dachte nur "Wo führt mich das Navi denn nun wieder hin?!" Aber dann waren wir wieder auf der richtigen geplanten Strecke. Hier zeigte sich wieder mal eine der Tücke der Navi's! In Orten wird nicht immer die "natürliche" Variante gewählt - sprich der wenn auch etwas längeren Hauptstraße folgend, sondern eben die "kürzeste" Strecke, die eben manchmal eigentlich "unmögliche" Straßen auswählt! Besser wäre im besagten Kreisverkehr gewesen noch eine Ausfahrt früher zu wählen. Dann wären wir gleich auf der richtigen Straße gewesen (Jürgen sagte mir im nachhinein auch).
Ich habe zwar vor dem Urlaub alle Touren auf richtiges Routing abgescheckt, muss aber in Zukunft wohl noch mehr ins Detail gehen, um solche "Kurzstrecken" zu vermeiden. Vor lauter Konzentration auf die richtige Ausfahrt vom Kreisverkehr hatte ich übrigens ein Cafe bzw. eine Eisdiele direkt am Straßenrand übersehen - wäre natürlich eine angenehme Unterbrechung der Tour gewesen.
So fuhren wir aber eine schmale aber feine Straße kurven- und kehrenreich bergan (Richtung M. Cesen). Weiter oben fanden wir dann ein Restaurant/Bistro wo wir die verdiente Cappuccino-Pause einlegten. Dann führte uns die Straße weiter entlang des Höhenrückens und später wieder hinab ins Tal - eine schöne Variante!!!
Dann ging es weiter zum Passo S. Boldo. Hier sprach ich mich mit meinen Mitfahrern ab, dass ich wieder einige Fotos machen wollte und sie oben auf der Passhöhe auf mich warten sollten. Zunächst geht es in einigen "offenen" Kehren hinauf, bevor dann die letzten 6 oder 7 Kehren durch einspurige Tunnel hinaufführen. Hier wird der Verkehr mittels Ampeln geregelt, da selbst ein Motorrad in den Tunneln nicht an einem Auto vorbeikommt! Die eingelegten Fotostopps haben sich aber gelohnt - einfach spektakulär die Straßenführung!

Nach diesem Highlight der Tour ging es - teilweise über die Hauptstrcke - nach Feltre. Dort dann rechts ab zum Passo Croce d'Aune. Ein Pass, den ich noch nie zuvor gefahren bin, der aber durch äußerst abwechslungsreiche Streckenführung sehr viel Spaß bereitete. Zusätzlich war in Vorbereitung auf eine wohl am Wochenende stattfindende Bergrennsport-Veranstaltung die Strecke markiert und die Kehren noch besser vorher einschätzbar - schön! Eine Cappuccino-Pause unterbracht den Kurvenrausch! Danach ging es erneut bergan (von der Passhöhe des Croce d'Aune aus!) und dann über ein schmales Asphaltband wieder hinab ins Tal nach Pte. d. Serra. Dort zunächst rechs ab und gleich wieder nach links hinauf nach Castello Tesino. Von dort war es dann - über Stringno und Telve - nicht mehr weit zurück zum Hotel nach Levico Terme.
Eine gelungene Tour, die auch mir ein paar unbekannte Straßen näher gebracht hat.

Am Abend trafen wir dann auch Tina, Volker und Rudi (ruzeil), die für Freitag bzw. (Tina) auch Samstag ins Trentino gekommen waren.

Freitag, 27.09.13 - Tour Manghen - Lavazze

Leider war heute zunächst wieder der Himmel bedeckt, so dass wir am 1. Höhepunkt der Tour - der Kaiserjägerstraße - nur schlechte Sicht ins Tal hatten (die anderen hatten am Montag, wo wir uns ja verloren hatten, die Strecke bereits bei bestems Wetter befahren).

Danach gings zum Passo Manghen! Einer meiner Favoriten!!! Von Telve aus einfach genial!

Oben gabs dann eine längere Pause, bevor es dann hinab ins Val di Fieme ging. Über Cavalese gelangten wir dann zum Lavazejoch und nach ein paar Kilometern bergab wieder steil bergan Richtung Deutschnofen. Über Aldein gings dann zur Strecke von Montan nach Cavalese, der wir - links abbiegend - bis zum Passo S. Lugano folgten. Hier gings dann rechts ab nach Altrei. Nach einer kurzen Pause führte uns dann der weitere Weg äußerst schmal hinab ins Val di Cembra. Hier hatte ich mich schon auf den weiteren Streckenverlauf gefreut - war doch die Straße früher einfach ein Gedicht! Aber innerhalb der letzten 2 Jahre, wo die Strecke gesperrt war, wurde sie - wie ich finde - zum Nachteil umgebaut! Der frühere Reiz der Straße ist verloren gegangen! Zwar ist sie immer noch sehr kurvenreich, aber eben nicht mehr so spektakulär wie früher. Bei Faver wurde zudem ein Umgehungstunnel gebaut.

Danach ging es hinab zum Talgrund und auf der anderen Seite wieder hinauf. Dann links ab bis Sover. Hier sollte es rechts ab nach Brusagno gehen. Auf der Tour am Mittwoch waren wir bereits durch Sover gekommen und ich hatte am Ortseingang die Abzweigung hinauf nach Brusagno gesehen. Diesmal kamen wir von der anderen Seite nach Sover. Trotzdem führte das Navi bereits am diesseitigen Ortseingang nach rechts ab und ich dachte "Ok, wird schon passen!". Wurde dann aber äußerst tricky! Zunächst ging es noch relativ breit in den Ort hinein, bevor er schmaler wurde. Dann wies das Navi scharf spitzwinkelig nach rechts. "Das kann doch nicht richtig sein - oder?" War es aber! Um hier rechts abzubiegen mussten wir alle einmal rangieren, um rum zu kommen! Dann versperrt ein Lieferwagen, der uns entgegen kam, den weiteren Weg. Er wartete auch mich und so fuhr ich ihm entgegen und unmittelbar vor ihm auf eine kleine Hofeinfahrt/Parkfläche. Meine Mitfahrer folgten einer nach dem anderen und der Lieferwagenfahrer konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als ein Motorrad nach dem anderen eintraf. Unsere insgesamt 6 Maschinen hatten gerade so Platz auf der Fläche. Dann fuhr der Lieferwagen weiter und wir konnten der Straße weiter folgen. Kurz danach trafen wir dann auf die eigentliche Strecke nach Brusagno. Danach ging es links ab zum Passo di Redebus (hatte ich vorher auch noch nie was von gehört!). Dann ging es über einige kleine Straßen weiter nach Pergine. Von dort aus stand dann als letzter Tourpunkt die Straße hinauf nach Panarotta auf dem Programm. Ober den rechts ab und der Strecke hinab nach Levico Terme folgen. Hier wäre die Tourbeschreibung eigentlich zu Ende, aber leider nicht diesmal. Gefolgt von Tina fuhr ich hinab Richtung Tal. Dann war plötzlich ein Mähfahrzeug am rechten Straßenrand am Werk. Wir fuhren vorbei und weiter gings. Plötzlich fehlte mir der Rest der Gruppe. Wir hielten an und warteten ein paar Minuten. Ich wollte schon umkehren, als Wolfgang und dann auch die übrigen 3 Mitfahrer eintrafen. Es stellte sich heraus, das kurz vor dem Mähfahrzeug ein großer Stein auf der Straße gelegen hatte (den ich - warum auch immer - garnicht wahrgenommen hatte). Jürgen hatte diesen Stein mit dem Vorderrad erwischt und hatte angehalten. Seitenständer raus und absteigen. Aber er hatte keinen Gang eingelegt und so rollte die schwere BMW LT über den Seitenständer ab und drohte umzufallen. Markus sah dies kommen und konnte rechtszeitig hinten anfassen, während Jürgen vorne nicht den Lenker, sondern die Windschutzscheibe erwischte. Zwar konnte der Sturz verhindert werden, aber die linke Halterung der Windschutzscheibe war abgebrochen. Wie Jürgen aus Erfahrung wusste ein recht teurer Schaden!
Danach ging es dann zurück zum Hotel und der Abend klang dann in gemütlicher Runde aus.

Samstag, 28.09. Rückfahrt

Da ich am Vortag vom Val di Cembra doch ein wenig enttäuscht war, hatte ich mich entschlossen, zunächst in Trento auf die Autobahn zu fahren und dann hinauf zum Brenner. Von dort dann über die Landstraßen weiter zurück nach Sonthofen.
Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich von den anderen und trat die Heimreise an.
Diese verlief ereignislos und ich traf gegen 13:30 Uhr wieder wohlbehalten in Sonthofen ein.

Fazit:

Es war eine tolle Woche, mit vielen vielen super Eindrücken, genialen Strecke und herrlichen Landschaften. Es hat einfach Spaß gemacht!

Anmerkungen:

Das Hotel Cristallo ist sehr zu empfehlen. Dies hat sich anscheinend auch schon in Motorrad-Fahrerkreisen rumgesprochen. Denn obwohl die Urlaubszeit ja Ende September eigentlich vorbei ist, waren zum Teil über 60 Motorräder in der Tiefgarage! Das Essen ist gut und das Personal freundlich.

Insgesamt habe ich 2333 km zurückgelegt.
Es war auf deutsch gesagt "Einfach ein Traum!" Es hat riesig Spaß gemacht und ich habe einige Strecken entdeckt, die ich vorher noch nicht kannte.
Geplant hatte ich die Touren - wie bereits eingangs beschrieben - anhand Kartenstudium, Motorrad-Tourenplaner und bereits bekannter Steckenkenntnisse. Es hat sich gelohnt!
Die Straßen waren fast ausschließlich nahezu Menschen- bzw. Fahrzeugleer und wir konnten die Touren einfach nur genießen.
Wer später mal die Gelegenheit nutzt und die von mir erstellten Tourvorschläge nachfährt, wird dies bestätigt finden.
Das Trentino ist in diesem Bereich meist noch nicht so touristisch überlaufen wie die Dolomiten und bietet darüber hinaus äußerst abwechslungsreiche - zum Teil einfach geniale (!)  Strecken. Motorradfahrerherz war willst du mehr!

Tourdateien zum Download

7_Tage_Trentino_mit_Bilder.pdf


Unterkunftsempfehlung:
Hotel Schwarzer Adler (Tannheim), Landhotel Albrecht (Missen-Wilhams )

Italien: Hotel Cristallo (Levico Terme), Hotel Micamada (Calceranica am Caldonazzo-See)