Rudi's Motorradtouren
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Ledrosee - Reisebericht Seite 2

3. Die Durchführung

Abfahrt beim Clubheim geplant für 30.06.02, 09.00 Uhr.

Nachdem alle startklar waren, konnte es losgehen.

Laut Roadbook „Sonthofen – Hindelang – Oberjoch – Tannheimer Tal – Weißenbach – Stanzach – Hahntennjoch – Imst – Pitztal – Wenns – Pillerhöhe – Prutz – Reschenpass usw.“ Leider waren einige mit dieser Streckenführung überhaupt nicht einverstanden! Jedenfalls standen wir mit 6 Motorrädern an der Zufahrt zum Pitztal und warteten auf die andern. Nur, da kam keiner! Wolfgang angerufen: „Wo bleibt Ihr denn?“ Tja, wie das so ist, wenn man im Roadbook „Reschenpass“ liest und die Ausschilderung nach rechts zum Reschenpass zeigt, man biegt halt ab, obwohl es geradeaus zum Pitztal geht (das eigentlich nächste Zwischenziel). Treffpunkt also an der letzten Tankstelle vor dem Reschenpass. Der Höhenweg von Schluderns nach Schlanders (wer kannte den vorher – außer Remo und Werner?) war dann kurz vor Schlanders versperrt. Eine Baustelle machte die Weiterfahrt unmöglich. Moped umdrehen und wieder zurück, so hatte ich es zumindest vor. Aber der Mensch denkt, und Wolfgang lenkt (oder so ähnlich). Er war schon auf dem Weg noch links oben – soweit ich das beurteilen konnte, ging es dort sicherlich nicht weiter! Das war dann auch so! Also wieder umdrehen und einen anderen Weg suchen. Petra sagte, dass man ihr unten eine Umgehungsmöglichkeit gezeigt hätte. Also gut – versuchen. Pech! Asphalt zu Ende! Was tun? Ein steiler, nicht asphaltierter Weg führte nach unten – egal – we do it! Nach ca. 50 Metern war wieder Asphalt da und es konnte weitergehen. Also mehrfach gehupt, in der Hoffnung die anderen würden das hören. Petra kam und ein paar andere. Ich fuhr also weiter nach unten in der Erwartung, das die anderen auch alle kommen würden – Irrtum! Wo eine Pan-European herfährt, fahren noch lange nicht alle anderen Mopeds her! Also warten, warten, warten ... Keiner kommt! Kein Handy klingelt! Keiner kommt! Okay, selbst versuchen, die anderen zu erreichen – keiner meldet sich, keiner spricht mit mir! Auch gut - weiter zur nächsten Kneipe und dort erneut versuchen, die anderen zu erreichen. Karin konnte dann Kontakt herstellen und wir erfuhren, das die anderen bereits etliche Kilometer weiter Richtung Meran gefahren waren. Also doch nicht in die Kneipe, sondern den anderen hinterher und die Kolonne wieder zusammengeführt. Nachdem wir durch das zweimalige Auseinanderfallen der Gruppe, sowie das Warten auf den Rest, sehr viel Zeit verloren hatten, kamen wir erst spät am Ziel an. Zimmer mit Beschlag belegen, duschen, umziehen, Abendessen. Beim Abendessen habe ich dann noch allen das Roadbook für den nächsten Tag ausgehändigt um jedem die Gelegenheit zu geben, sich ungefähr über die vorgeschlagene Route zu orientieren. Wer will kann morgen mitfahren, wer nicht, macht sich halt einen schönen Tag. Alle wollten mit!

Freitag, 31.05.02, Abfahrt 09.00 Uhr, pünktlich ging es los. Schnell war die Hauptroute Richtung Rovereto hinter uns und wir konnten Richtung Ronzo-Chienis die freien Straßen des Monte-Bondone-Bergrückens genießen. Dann der Weg Richtung Moietta. Klein und Kehrenreich windet sich die Straße den Berg hinauf. Nach Moietta ging es wieder, jetzt deutlich breiter, bergab. Plötzlich fehlte mir der Rest der Gruppe!? Anhalten, schöne Aussicht genießen, warten, warten, warten. Keiner kommt. Also umkehren. Weiter oben standen alle bei der Pause und äußerten sich sehr positiv über die bisherige Strecke (insbesondere bei dem Weg nach Moietta hatte ich das gar nicht erwartet – dann kann ja nichts mehr schief gehen). Okay Leute, wenn wir dann gleich unten am Stoppschild nach links auf die Hauptstrecke abbiegen (Richtung Vicenza) ist freies fahren bis zum Fugazze – 25 km!!!

Hauptstrecke erreicht, links abgebogen, Gaaaaaaaaaaaaaas!!!! Stopp, du könntest noch ein paar Fotos von den anderen machen. Also, kurz anhalten, Fotoapparat raus und kurz warten. Fotos gemacht (eins davon siehe nächste Seite), alles verstaut, Helm auf, Motor an und wieder Gaaaaaaaaaaaaaas!!!! Einen nach dem anderen konnte ich überholen. Eine Maschine, zunächst wusste ich gar nicht wer das war, hängte sich an mich dran und wir jagten gemeinsam die tolle Strecke hinauf. An einer kleinen Baustellenampel auch die Spitze erreicht und weiter ging es. Nachdem er sich mein Motorrad lange genug von hinten angeschaut hatte, überholte mich Klaus - er war es also, der hinter mir herfuhr. Er war zwar nicht viel schneller als ich, aber eben doch schneller. Werner zog dann auch vorbei, klar.

Oben dann Mittagspause. Nachdem diese, wie üblich, wieder über 1 Stunde gedauert hatte (kann man bei einer so großen Gruppe halt nicht ändern und man will ja eigentlich auch nicht hetzen, obwohl noch einige Kilometer vor einem liegen) ging es wieder bergab. Auf kleinen bis mittleren und zunächst auch unebenen Straßen ging es nach Westen. Zwar wurden die Straßen bald wieder besser, aber leider war auch immer wieder Dreck, Splitt oder anderes auf der Straße, häufig in den Kurven, so dass man teilweise sehr vorsichtig und voll konzentriert fahren musste. Als ich eine Woche vorher die Strecke abgefahren hatte, war sie deutlich sauberer! Nachdem wir diesen Abschnitt hinter uns gebracht und die steile Abfahrt ins Tal absolviert hatten, fuhr ein Teil der Gruppe direkt zurück zum Hotel, da ihnen die Strecke bis hier hin doch zu stressig war und sich außerdem für 18.00 Uhr die „Thunder in Paradise“ aus Oberstaufen zum Besuch angekündigt hatten. Der Rest fuhr dann mit mir über Avio noch auf den Monte Baldo und konnte auf der Bocca di Navene den schönen Blick auf den Garda-See genießen. Nach einer Cappuccino-Pause ging es die 25 Kilometer lange, landschaftlich wunderschöne Abfahrt hinunter nach Mori. Dort traf uns wieder voll der Verkehr von Rovereto nach Riva del Garda! Gegen 18.15 Uhr kamen wir dann schließlich auch beim Hotel an.

Samstag, 01.06.02, 09.00 Uhr: wieder ging es pünktlich los, diesmal aber mit kleinerer Meute, da einige nach den Erfahrungen des Vortages doch einen „gemütlichen Tag“ (der war dann am Abend auch ca. 200 Kilometer lang!) einlegen wollten. Der Hinweis von mir: Dann fahrt wenigsten noch die Strecke vom Idro-See nach Gagnano am Garda- See – die ist einfach toll!!! Also machten wir anderen uns auf den Weg nach Norden. In Arco bogen wir gleich ins Gebiet vom Monte Bondone ab und bekamen gleich einen Eindruck von den Strapazen, die die Fahrer des Giro D’Italia zwei Tage vorher über sich ergehen lassen mussten. Auf ca. 12 Kilometer Länge 1100 Höhenmeter zu überwinden ist schon sehr kräftezehrend, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Für uns war es da schon „ein wenig“ einfacher. Oben auf dem Monte Bondone Cappuccino-Pause und dann die 42 Kehren hinunter nach Trento (siehe Foto), dann weiter nach Mezzolombardo. Der anschließende Weg nach Fai hinauf wäre etwas für unsere Knieschleifer-Fraktion gewesen! Auf 9 Kilometern eine breite, gut ausgebaute Straße mit weitläufigen Kehren und anderen gut einsehbaren Kurven – auf geht’s! Weiter über Molveno, Stenico und Tione kamen wir zum Idro-See. Von dort zügig auf die Pass-Höhe und noch einen, wenige Kilometer langen, Abzweig nach links (landschaftlich sehr schön!) und schon konnte es entlang des Lago di Valvestino Richtung Garda-See weitergehen. Um es noch einmal klar zu sagen: Diese Strecke (ca. 11 Kilometer lang) weist die schönsten Wechselkurven auf die ich kenne! Und ich kenne wirklich sehr viele Strecken! Von links nach rechts und wieder nach links fährt man und fährt man und meint „das hört ja nie auf!“ Einfach ein Traum! Am Gardasee kurz nach Norden ging es wieder den Berg hinauf nach Tignale, Cappuccino-Pause. Über Tremosine und Limone trafen wir dann gegen 18.00 Uhr (schließlich hatten wir uns an diesem Tag wirklich Zeit gelassen) wieder beim Hotel ein. Ein schöner Tag!

Sonntag, 02.06.02, 09.00 Uhr, Rückfahrt „Wo geht’s denn lang?“ „Also, zunächst wieder über Molveno nach Fondo, dann über den Mendelpass und von Bozen die Höhenstraße über Mölten und Haflings nach Meran, Timmelsjoch, Hahntennjoch, Sonthofen.“ Keine Proteste, los geht’s. Bis Fondo und die Auffahrt zum Mendelpass ging alles problemlos. Dann aber war plötzlich ein dicker, großer Bus mit Landshuter Kennzeichen talwärts unterwegs. Soweit ich weiß ist der Mendelpass für Busse gesperrt! War aber leider nicht zu ändern. Bei jeder der engen Kehren musste er erst mal den Gegenverkehr durchlassen um dann die volle Breite der Straße zu nutzen. Bei einigen Kehren setzte er dann hinten stark auf und schrappte mit dem Bus über den Asphalt – toll, der Besitzer wird sich gefreut haben! An ein Überholen war in diesem Bereich nicht zu denken, also langsam, langsam, gaaaanz laaaaaangsam hinterher. Bei einer kleinen Parkbucht hatte ich dann „die Schnauze voll“ und sagte STOPP! Pause! Warten bis der Bus weg ist! Ich will hier runter fahren und nicht laufen! Wolfgang, Remo und Brösel fuhren aber doch weiter und warteten dann unten auf uns. Die Fahrt über das Timmelsjoch und weiter verlief dann ohne Probleme. Halt! Harald wollte mich beinahe erschlagen, weil ich mich nach dem Tankstopp erdreistete zum Aufbruch zu drängen. Letztlich ging es dann doch weiter. In Sonthofen sind dann alle heil (mehr oder weniger – siehe Martina) eingetroffen.

Randnotiz:

Noch ein Hinweis für Al und Brösel: Die Strecke über Mölten und Haflings ist 34 km lang, der direkte Weg nach Meran 17 km. Der „Umweg“ beträgt somit stolze 17 km und dauerte also – wohlwollend geschätzt – maximal 30 Minuten länger als im Tal. Oben war es aber sicher deutlich kühler und schöner! Abschließend ist sicher festzustellen, dass es wohl allen viel Spaß gemacht hat – mir auch! Das die Strecken sehr schön waren, wird mir hoffentlich jeder bestätigen. Für den ein oder anderen vielleicht etwas zu lang, aber es bestand ja die Möglichkeit „abzukürzen“ und jeder konnte sich vorher über die geplante Strecke anhand des Roadbooks informieren und für sich selbst die Entscheidung treffen ob er mit will oder nicht. Sicherlich habe ich mir sehr viel Arbeit gemacht – in manchen Dingen bin ich eben Perfektionist. Aber es hat Freude gemacht.

FAZIT

Schön wars!!!!

 

Hier gehts zu den Fotos

und hier zu den Tourbeschreibungen/-skizzen: Nord-/Westrunde bzw. Ostrunde

Reisebericht zum Download

Ledrosee_Reisebericht.pdf


Unterkunftsempfehlung:
Hotel Schwarzer Adler (Tannheim)

Italien: Hotel Cristallo (Levico Terme)